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Hintergrundbild teil 1
Willkommen...


Willkommen
... in meinem Garten ...


Mit der Präsentation dieser Website möchte ich meine Erfahrungen zum Thema einfach - achtsam - sein mit Ihnen teilen. Deshalb lade ich Sie nun ein, mir in der Vorstellung in meinen Garten zu folgen mit natürlich gewachsenen alten Eichen - und Kastanienbäumen.

Diesen Sommer hatte ich das große Vergnügen mit meiner sechs Monate alten Enkelin viel Zeit zu verbringen. Fast jeden Morgen habe ich mit ihr auf dem Arm eine Stunde im Garten verbracht.


Es ist warm, ihre kleinen Ärmchen und Beinchen sind nackt. Es beginnt für uns beide eine Reise ins Einfach-achtsam-sein.

Der erste Schritt dieser Reise in die Natur ist für sie der Kontakt mit Wasser aus einem einst als Wassertränke dienenden ausgehöhltem Granitstein mit einer kleinen Wasserfontäne in der Mitte. Das Wasser ist so in Bewegung. Sie erlebt es mit weit geöffneten Augen, nicht wissend, was Wasser ist. Sie ‚tappt‘ fasziniert in diese mysteriöse Wasserwelt. Ich lasse sie mit ihren Fingerchen das kalte Wasser berühren.

Sie zieht sie nicht zurück: beobachtend, wahrnehmend, einfach achtsam. Was ist dort? Als sie dann das Wasser der kleinen Fontäne berührt, beginnt ihr kleiner Körper zu vibrieren. Aufregung! Freude! Ich halte sie fest. Ihre kleinen Füße berühren die Oberfläche des kalten Granitsteins. Was ist das? Die Einfachheit achtsam wahrzunehmen, völlig im gegenwärtigen Augenblick aufzugehen, ganz ohne Konzepte. Kein Laut. Stille. Freude, diesen Augenblick zu teilen. Einfache Freude.


Hortensieblau

In einem anderen Augenblick möchte sie eine blaue Hortensie anfassen. Sie greift nach ihr, streckt sich ihr entgegen, um sie zuerst in den Mund zu stecken, lässt sie aber dann langsam und vorsichtig los, um die blauen Blütenblätter zart zu berühren. Für mich, das Konzept : blaue Hortensie. Für sie? Ich weiß es nicht.

Mit der Zeit bemerke ich, dass einfach achtsam sein entspannend wirkt. Sie legt ihr Köpfchen auf meine Schulter und schläft langsam ein.

Während der letzten Woche bemerkte ich, dass unser morgendlicher Gartenspaziergang für sie eine Art Spiel wurde. Wie von selbst streckte sie ihre Ärmchen nach Blättern, Blumen oder sogar Bäumen aus, so z.B. ihr Ertasten einer alten mit Efeu bewachsenen Granitmauer. Fünf Minuten hat sie damit verbringen wollen. Mir wurde schon fast langweilig….

Für mich kann ich sagen: in dieser Einfachheit mit einem Baby auf dem Arm die Natur um mich herum zu erfahren, hat mich und das Baby verändert. Ihre Aufmerksamkeit, ja fokussierte Konzentration konnte sich weiter entwickeln, wissenschaftlich formuliert, es konnten neue Synapsen in ihrem kleinen Gehirn entwickelt werden. Aber dies ist vielleicht das Unwichtigste. Sie hat ihre natürliche Umgebung mit allen Sinnen achtsam erfahren. Ist das nicht genug?



Hintergrundbild teil 2


Achtsamkeit und Mitgefühl



Achtsamkeit ist zur Zeit in aller Munde. Es ist viel darüber geschrieben worden. Verschiedene Definitionen und Erklärungen sind im Umlauf. Erst kürzlich konnte ich im Tagesspiegel lesen: „Achtsamkeit und Resilienz lauten die modischen Stichwörter. Die Arbeit am eigenen Körper (…) endet in der Selbstoptimierung.“ (Tagesspiegel vom 25.06.17)

An dieser Stelle kann es mir deshalb nur darum gehen einen eigenen Schwerpunkt im weiten Feld der Achtsamkeitspraxis zu setzen. Aus diesem Grund zeige ich zunächst auf, was Achtsamkeit für mich nicht bedeutet:


Es ist keine neue Entspannungstechnik zur Selbstoptimierung. „Meditiere nicht um dich zu reparieren, zu heilen, zu verbessern, zu erlösen; tue es lieber aus einem Akt der Liebe heraus, aus tiefer herzlicher Freundschaft dir selbst gegenüber“ (B. Sharpham, australischer Meditationslehrer)


Es geht nicht darum:

- irgendwelche besonderen Erfahrungen zu machen

- den Geist oder die Gedanken zu kontrollieren

- passiv zu sein

- sich auf sich selbst zurückzuziehen

- nicht zu denken


Achtsamkeitsmeditation bedeutet für mich:


Es ist eine gelebte aktive Praxis, die Kultivierung einer Lebenshaltung, die sich nur mit viel Geduld und Zeit entwickeln lässt. Dabei wird mit der Zeit Entspannung möglich, diese ist aber nicht das Ziel, sondern es ist ein ganzheitlicher innerer Prozess der Selbsterforschung, der Selbstwahrnehmung.

Achtsamkeit ist klare Aufmerksamkeit. Es bedeutet klar mit sich selbst zu sein, um sich auf dieser Grundlage dem anderen öffnen zu können. Es bedeutet zu lernen einfach wahrzunehmen um zu sein, den Modus des ständigen Tuns und Handelns zu verlassen. „Der wahrnehmende Körper ist keine programmierte Maschine, sondern eine aktive und offene Gestalt, die unablässig ihre Beziehung zu den Dingen und zur Welt improvisiert.“(David Abram, Im Banne der sinnlichen Natur, S. 69)


Bei der Achtsamkeitspraxis im Sitzen geht es darum mit sich selbst zu sitzen, die Gedanken und Gefühle zunächst wahrzunehmen, ja, im Körper zu erspüren, um sie mit der Zeit annehmen zu können, sich aber nicht mit ihnen zu identifizieren. Dazu wird ein stabiler Sitz eingenommen, so, dass Körper und Geist eine Einheit bilden können. Der Meditationssitz reflektiert dabei Ruhe,Stille, Gelassenheit, Beständigkeit, Stabilität. Diese äußere Haltung kann eine Unterstützung zur Entwicklung dieser inneren Qualitäten werden. Ich nehme mir Zeit mich mit meinen Gedanken und Gefühlen vertraut zu machen, sie mir mit einer akzeptierenden Haltung anzuschauen, sie nicht zu verdrängen. Ich bin nicht der Gedanke, ich bin nicht das Gefühl. Ich lerne langsam loszulassen, denn:

Gedanken zu haben, ist etwas ganz Natürliches. Sie wahrzunehmen, sie nicht zu verdrängen, zu lernen ihnen mit vollem klaren Gewahrsein zu begegnen, das ist Achtsamkeit.

Für diesen aktiven Prozess ist Mut und Kraft nötig, die Jede/Jeder in seinem Innern trägt, es nur manchmal nicht mehr spüren kann. Es ist eine Kraft, die herzliche Freundlichkeit enthält, Sanftheit, Offenheit, Zärtlichkeit, Verletzlichkeit, Mitgefühl. Diese Herzpower ist der Kern der Achtsamkeitspraxis. Nur so wird die Achtsamkeitspraxis eine gelebte, verändernde, freundliche, und auch zur Resilienz verhelfende Praxis, die den Alltag mitträgt.





WanderHerz